Artikel von Annalisa Girardi – Journalistin, Fanpage.it

Was bedeutet es, jung in der Europäischen Union zu sein? Diese Frage versucht der jüngsteEU-Jugendbericht zu beantworten, der vor wenigen Wochen von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Das Dokument untersucht die Umsetzung der EU-Jugendstrategie, der europäischen Strategie für junge Menschen. All dies verfolgt ein Ziel: deutlich zu machen, dass die Stimme junger Menschen zählt, dass sie die Zukunft der Union von morgen prägt und dass ihr daher unbedingt Gehör geschenkt werden muss.

Die jüngeren Generationen in Europa zeigen ihrerseits großes Interesse an der gemeinsamen Gestaltung dieser Zukunft: Der Bericht hebt hervor, dass 70 % der jungen Menschen an Wahlen teilnehmen. Es gibt jedoch einen negativen Aspekt: ​​Die Wahlbeteiligung für 2024 liegt unter der von 2019. Angesichts des Rückgangs der Wahlbeteiligung bei demokratischen Wahlen auf dem gesamten Kontinent ist dies ein Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte: Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Auswirkungen der europäischen Politik auf unser tägliches Leben zu stärken. Herausforderungen gibt es viele.

Zuallererst die Demografie. Junge Menschen stellen einen immer kleineren Anteil der EU-Bevölkerung dar, und dies, so das Dokument, „gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich der Generationengerechtigkeit und der Nachhaltigkeit der Sozialversicherungssysteme“. Hinzu kommt das Problem der Jugendarbeitslosigkeit: Rund 10 % der jungen Menschen sind arbeitslos, und viele von ihnen gelten als NEETs (junge Menschen, die weder in Beschäftigung noch in Ausbildung sind).

Niedrige Bildungsniveaus und Behinderungen tragen zu steigender Arbeitslosigkeit bei, was wiederum soziale Ausgrenzung und Armut verschärft. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie ethnische und rassische Minderheiten. Es bestehen weiterhin erhebliche regionale Unterschiede, wobei die Regionen in äußerster Randlage der EU besonders stark betroffen sind.

Der Bericht bestätigt, dass fast ein Viertel der jungen Menschen in der EU von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind – ein Zustand, der ihren Zugang zu Bildung, Wohnraum und einer guten Gesundheitsversorgung gefährdet. Dies wirkt sich auch auf die psychische Gesundheit aus: „Fast die Hälfte der jungen Menschen gab an, im vergangenen Jahr unter emotionalen oder psychosozialen Problemen gelitten zu haben.“

Abschließend unterstreicht der Bericht die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für neue Generationen sowie die transnationale Mobilität in diesem Bereich.

Im Jahr 2023 schlossen vier von zehn jungen Menschen eine Hochschulausbildung ab. Der vorzeitige Schul- und Ausbildungsabbruch lag 2023 bei 9,5 % und gibt weiterhin Anlass zur Sorge, insbesondere unter jungen Männern (11 %). Die PISA-Studie 2022¹⁸ zeigt, dass 30 % der 15-Jährigen in der EU die Mindestkompetenzen in Mathematik nicht erreichen und rund 25 % die Mindestkompetenzen in Lesen und Naturwissenschaften nicht erreichen. Die digitale Welt ist ein integraler Bestandteil des Lebens junger Menschen und bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Der Erwerb digitaler Kompetenzen korreliert signifikant mit formaler Hochschulbildung. Im Jahr 2023 fehlten 28 % der jungen Menschen grundlegende digitale Kompetenzen; dieser Anteil stieg bei jungen Menschen mit niedrigem Bildungsniveau auf 38 %.

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