Die Frage der Internationalen Ausstellung in Thessaloniki zählt zu den meistdiskutierten Themen in Griechenland. Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Pläne entwickelt und Gespräche zwischen Regierung, lokalen Behörden, Unternehmen und der Zivilgesellschaft geführt. Diskutiert wurde, ob das Gelände der Internationalen Ausstellung zu einem internationalen Veranstaltungsort mit Immobilien umgestaltet oder der Großteil der Ausstellung abgerissen und stattdessen ein grüner Stadtpark für alle Bürger Thessalonikis geschaffen werden sollte. Die städtischen Parteien legten einen Plan für einen weitläufigen, öffentlich zugänglichen Park vor , der jedoch von der Stadtverwaltung abgelehnt wurde. Daraufhin beschloss man, eine Kampagne für ein Bürgerentscheid über die Zukunft der Internationalen Ausstellung zu starten. Für einen solchen Entscheid ist die Zustimmung von mindestens 10 % der Bevölkerung erforderlich, was 23.000 Einwohnern entspricht. Im Frühjahr 2025 begann die Kampagne offiziell und vereinte verschiedene politische, soziale und demografische Gruppen. Alle vereinten sich in dem Ziel, 23.000 Unterschriften zu sammeln, um den Prozess zur Einberufung eines Referendums einzuleiten.

Die Bürgerinnen und Bürger unterstützten das Ziel der Kampagne von Anfang an und engagierten sich aktiv, um immer mehr Menschen für ein seit Jahrzehnten bestehendes gesellschaftliches Thema zu gewinnen. Dank der Unterstützung der Bevölkerung wurde die erforderliche Mindestanzahl an Unterschriften erreicht. Die Stadtverwaltung weigerte sich jedoch kürzlich, über das Abstimmungsrecht der Bevölkerung bezüglich des internationalen Ausstellungsgeländes zu sprechen und berief sich dabei auf rechtliche Gründe, beispielsweise die Gültigkeit der Unterschriften. Die politischen Parteien und Bewegungen hingegen weisen diese Begründung als Ausrede zurück und bekunden ausdrücklich ihre Absicht, eine offene Diskussion über die Durchführung des ersten Kommunalreferendums in der griechischen Geschichte zu führen. Die Entscheidung, ein Referendum über den geplanten grünen Stadtpark abzuhalten, ist aus zwei Gründen unerlässlich.

Erstens ist ein Referendum die ultimative Form direkter und partizipativer Demokratie, da die Bürgerinnen und Bürger den Entscheidungsprozess zu einem Thema, das ihnen im Alltag sehr wichtig ist, unmittelbar beeinflussen können. Zweitens sind die Auswirkungen der Klimakrise in der Stadtstruktur deutlich sichtbar, und der Plan für einen vollständig begrünten Park trägt dazu bei, die Folgen der Klimakrise abzumildern. Daher werden wir in diesem Podcast die Perspektive eines grünen Stadtparks und dessen Einfluss auf die Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt untersuchen.

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