Euroconsumers, eine europäische Verbraucherorganisation, die sich für den Schutz der Rechte und Interessen von Verbrauchern einsetzt, veranstaltete kürzlich ein Webinar zum Thema digitale Fairness, an dem Jugendliche aus ganz Europa teilnahmen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand ein Bereich, der einen Großteil unseres Alltags prägt: das Internet, mit dem wir aufgewachsen sind und das wir heute verantwortungsvoll nutzen sollen.

Für die teilnehmenden Jugendlichen war das Webinar mehr als nur eine Podiumsdiskussion. Es bot die Gelegenheit, Annahmen zu hinterfragen, bestehende Systeme zu überprüfen und die Realität des Online-Lebens von Teenagern aufzuzeigen. Als Teilnehmerin der Podiumsdiskussion konnte ich einige wichtige Perspektiven zur digitalen Fairness und zur Rolle junger Menschen bei der Gestaltung eines sichereren und transparenteren digitalen Umfelds einbringen.

Influencer: Verkaufen sie Produkte oder eine Identität?

Einer der wichtigsten Punkte, die angesprochen wurden, war die Rolle von Influencern.
Heute verkaufen sie nicht nur Produkte, sondern ganze Identitäten. Perfekte Leben, perfekte Körper, perfekte Routinen. Diese inszenierte Welt trifft besonders sensible Teenager hart und treibt manche zu extremen Maßnahmen, nur um das nachzuahmen, was sie auf dem Bildschirm sehen. Die Argumentation war eindeutig: Wenn Influencer die Identität von Teenagern prägen, dann müssen ihre Inhalte strenger reguliert und kontrolliert werden.

„Jugendliche verbringen zu viel Zeit online“ – eine voreilige Annahme

Eine weitere Debatte drehte sich darum, ob Teenager „ständig online“ sind. Meine Meinung dazu? Das ist zu simpel. Die Daten allein erzählen nie die ganze Geschichte. Technologie ist Teil des Schullebens, Teil der Arbeit, Teil des sozialen Lebens – es geht nicht nur um „Bildschirmzeit“. Sie ist Alltag. Teenager dafür verantwortlich zu machen, ignoriert die Tatsache, dass unsere Gesellschaft selbst digital ist.

Suchtpotenzial und antisoziales Verhalten

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer sprach über süchtig machendes Design: Apps, die Nutzer zum Scrollen verleiten, Benachrichtigungen, die Abhängigkeit erzeugen, und Funktionen, die subtil zu antisozialem Verhalten anregen. Dies löste eine wichtige Debatte darüber aus, ob Technologieunternehmen der Nutzerbindung Vorrang vor dem Wohlbefinden einräumen und wie viel dieser Last junge Menschen tragen.

Sollte die Nutzung sozialer Medien für Teenager eingeschränkt werden?

Elodie sprach an, dass 13-Jährige älter aussehen, als sie sind, was zum Teil auf den Druck der sozialen Medien und die Online-Performancekultur zurückzuführen sei.
Meine Meinung dazu?
Junge Leute werden immer einen Weg finden, soziale Medien zu nutzen. Eine bloße Zugangsbeschränkung wird das Problem nicht lösen.

Was wir tatsächlich brauchen, ist:
– Medienkompetenz in Schulen,
– Aufklärung über Online-Risiken,
– Bewusstsein dafür, wie Inhalte uns manipulieren.

Einschränkungen mögen ein Anfang sein, aber nicht die einzige Lösung.

Daten: Gesammelt, verfolgt und gegen uns verwendet

Ein zentrales Anliegen: Es gibt nicht genügend Gesetze zum Schutz der Daten junger Menschen. Konzerne sammeln alles: was wir ansehen, worauf wir klicken, wie lange wir auf Beiträgen verweilen. Diese Daten werden dann genutzt, um unser Verhalten zu beeinflussen, Unsicherheiten auszunutzen und Entscheidungen zu lenken, ohne dass wir es merken. Die Botschaft war eindeutig: Junge Menschen sollten wissen, wohin ihre Daten gelangen, und sie verdienen Gesetze, die sie tatsächlich schützen.

Künstliche Intelligenz in unserem Leben – Schaden oder Nutzen?

Ich habe geschildert, wie ich persönlich KI einsetze: als Werkzeug, nicht als Ersatz.
KI hilft mir beim Entwerfen, Verfeinern, Organisieren und Automatisieren, aber ich behalte die Kontrolle über meine Kreativität. Sie ist ein Assistent, nicht der Autor.

Dann kam die große Frage:
Wird KI uns die Arbeitsplätze stehlen?

So wie das Internet neue Berufe geschaffen hat (Hallo Datenanalysten!), wird auch KI neue schaffen. Das Problem ist nicht die KI selbst, sondern ob wir uns anpassen und lernen, sie zu nutzen.

Ich wies auch auf die Voreingenommenheit von KI hin: Menschen sind voreingenommen, und jede von ihnen entwickelte und programmierte Maschine wird diese Voreingenommenheit erben. Deshalb sind unterschiedliche Perspektiven entscheidend für die verantwortungsvolle Gestaltung von KI.

Meine Erfahrungen im Panel

Das Webinar war mehr als eine Diskussion, es war ein dynamischer Austausch von Perspektiven.
Ich hörte zu, lernte, hinterfragte Ideen und verbesserte meine eigenen Fähigkeiten im öffentlichen Reden.

Es hat mich dazu gebracht, über Fragen nachzudenken, die ich zuvor nie eingehend betrachtet hatte:
Was ist digitale Fairness?
Wer schützt junge Menschen im Internet?
Und wie können wir das Internet schaffen, das wir tatsächlich verdienen?

Schlussbetrachtung

Die Teilnahme an dieser Podiumsdiskussion hat mir etwas Wichtiges wieder vor Augen geführt: Jugendliche sind keine passiven Nutzer digitaler Räume, wir verstehen sie besser als jeder andere. Und wenn man uns eine Plattform bietet, sind wir mehr als bereit, unsere Stimme zu erheben. Meine Botschaft an die Politik war, dass sie die Bürgerinnen und Bürger – und insbesondere junge Menschen – in den Mittelpunkt der Diskussion stellen muss. Die Stimmen der Jugend zählen, und wir sind jederzeit für sie da.

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