Zahnmedizin: Zwischen der Illusion der Privatklinik und der Realität des Marktes
Die Zahnmedizin gilt als der lukrativste Zweig, doch der Einstieg ist ungewöhnlich. Anders als in der Allgemeinmedizin absolvieren die meisten Zahnmedizinabsolventen keine staatlich finanzierte Facharztausbildung, sondern steigen direkt als angestellte Zahnärzte in den privaten Markt ein.
Laut Daten von Rekrutierungs- und Gehaltsanalyseplattformen verdient ein Zahnarzt zu Beginn seiner Karriere durchschnittlich rund 8.000 Lei netto pro Monat. Dieses Einkommen basiert jedoch meist auf einem Prozentsatz der Rechnungen (zwischen 30 % und 40 % des Wertes der durchgeführten Behandlungen). In den ersten ein bis zwei Jahrenverdienen viele Zahnärzte sogar weniger, nämlich zwischen 4.000 und 5.500 Lei , bis sie sich einen eigenen Patientenstamm aufgebaut haben.
Innere Medizin: Die festgelegte Skala der Facharztausbildung
Für Absolventen der Allgemeinmedizin, die über die Facharztprüfung in das staatliche Gesundheitssystem eintreten, sind die Gehälter gesetzlich festgelegt und steigen mit dem Ausbildungsjahr. Gemäß Dringlichkeitsverordnung Nr. 19/2024 beträgt das Bruttogrundgehalt eines Assistenzarztes im ersten Jahr etwa 7.125 Lei, was einem Nettogehalt von etwa 4.200 bis 4.500 Lei entspricht (ohne Berücksichtigung von Zulagen).
Das Einkommen steigt mit dem Rang des Bewohners:
- 3. Jahr Assistenzarzt: ca. 5.000 – 5.500 Lei netto (zuzüglich Boni).
- Im 6. bis 7. Jahr der Aufenthaltsdauer: Kann ein Nettogrundgehalt von über 6.500 – 7.000 Lei erreichen.
Die Auswirkungen von Boni und Engpassabteilungen
Der größte Unterschied im Nettogehalt ergibt sich aus den Stationszulagen, die zwischen 15 % und 85 % variieren können. So kann ein Assistenzarzt in einem anspruchsvollen Fachgebiet wie der Intensivmedizin, der Rechtsmedizin oder der Notaufnahme bis zu 50–70 % mehr verdienen als ein Kollege in der Inneren Medizin oder Zahnmedizin. Diese finanzielle Ungleichheit ist einer der Gründe, warum „sichere“ Fachgebiete mit festen Arbeitszeiten zwar begehrter sind, aber zu Beginn der Karriere im Vergleich zu risikoreichen Fachrichtungen finanziell weniger attraktiv erscheinen.
Artikel geschrieben von Mihai Marcel Ghinea.
