Artikel von Andrea Scordino – Journalistin, Fanpage.it
Die Europäische Union wird weiterhin eine führende Rolle in den internationalen Klimaverhandlungen einnehmen und ruft alle Länder zu einem konkreten Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel auf. Dies beschloss der Ausschuss für Umweltfragen, Klima und Sicherheit des Europäischen Parlaments am 6. Oktober in Straßburg und legte damit Europas offizielle Position im Vorfeld der COP30 fest, der UN-Klimakonferenz, die vom 10. bis 21. November 2025 in Belém, Brasilien, stattfinden wird.
Die mit 57 Ja-Stimmen, 23 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen angenommene Entschließung bekräftigt das Engagement der Europäischen Union für ambitionierte Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen. Die Abgeordneten forderten den Rat der EU zudem auf, die Klimaverpflichtung für 2035 so bald wie möglich zu verabschieden. Diese sieht eine Emissionsreduktion von 74 % gegenüber dem Stand von 1990 vor. Sie kritisierten außerdem die Verzögerung der EU bei der Aktualisierung der national festgelegten Beiträge (NDCs) der Mitgliedstaaten, einem zentralen Instrument zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Das Hauptziel der Europäischen Union bleibt das Jahr 2030 mit einer Emissionsreduktion von 55 %.
Der neue nationale Klimabeitrag (NDC) muss auch das Klimaziel für 2040 berücksichtigen, die Emissionen im Vergleich zum Niveau von 1990 um 90 % zu reduzieren.
Die von der EU festgelegten Meilensteine zur Erreichung der Klimaneutralität spiegeln das „Pariser Abkommen“ wider, das die Unterzeichnerstaaten rechtlich dazu verpflichtet, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und idealerweise 1,5 °C nicht zu überschreiten.
Der Umweltausschuss unterstrich daraufhin die Dringlichkeit, die Abhängigkeit der Europäischen Union von fossilen Brennstoffen zu beenden, und forderte die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, einen klaren Termin für den schrittweisen Abbau der Subventionen für Kohle, Öl und Gas festzulegen.
Das Dokument hebt hervor, dass der Klimawandel eine zunehmend ernste Bedrohung für den Weltfrieden und die globale Sicherheit darstellt, zur Verknappung natürlicher Ressourcen beiträgt und schwere Nahrungsmittelkrisen sowie Spannungen zwischen Staaten verursacht. Die Entschließung lenkt zudem die Aufmerksamkeit auf die gravierenden Umweltauswirkungen der Konflikte in Gaza und der Ukraine. In diesem Zusammenhang fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments den Verteidigungssektor auf, seinen Beitrag zur Emissionsreduzierung zu leisten. Schließlich betont sie, dass alle Sektoren – vom Straßenverkehr über die internationale Schifffahrt bis hin zu Landwirtschaft und Tourismus – ihre Emissionen schrittweise reduzieren müssen, um Klimaneutralität zu erreichen, wobei Methanemissionen und die Textilindustrie besondere Beachtung finden müssen. Das Europäische Parlament wird in seiner Plenarsitzung vom 20. bis 23. Oktober über das Dokument abstimmen.
