Artikel von Giulia Casula
Die Europäische Kommission hat eine Überarbeitung der EU-Klimagesetzgebung vorgeschlagen, die darauf abzielt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Konkret hat sie vorgeschlagen, ein Zwischenziel für 2040 festzulegen, das eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 90 % gegenüber dem Niveau von 1990 vorsieht.
Dies ist ein weiterer Zwischenschritt nach der zuvor vereinbarten Emissionsreduktion um 55 % bis 2035. Die Kommission beabsichtigt, die Zielerreichung zu beschleunigen und gleichzeitig „Flexibilitätselemente“ einzuführen, wie beispielsweise die Nutzung internationaler CO₂-Zertifikate aus Nicht-EU-Ländern. Konkret können diese Länder ab 2036 bis zu 3 % zur Reduktion beitragen. Laut Europäischer Kommission bietet dieses System „Planungssicherheit für Investoren und Innovationen, stärkt die industrielle Führungsrolle von EU-Unternehmen und erhöht die Energiesicherheit Europas“.
Wer ist für und wer ist gegen den neuen EU-Klimaplan?
Der Vorschlag wird im Europäischen Parlament und im Rat diskutiert, hat aber bereits Kritik und Kommentare hervorgerufen. Auf der einen Seite gibt es Gegner wie die Lega, die ihn als „weiteren Akt des Wahnsinns“ seitens Ursula von der Leyens bezeichnete und der Kommissionspräsidentin vorwarf, die italienische und europäische Industrie zerstören zu wollen. Selbst innerhalb von Forza Italia, die in der EU der EVP angehört, der auch von der Leyen selbst angehört, hält man die angestrebte Emissionsreduktion von 90 % bis 2040 für „unrealistisch“.
