Die Drohung der Billigfluggesellschaften: „So erhöhen wir die Ticketpreise für alle.“
Billigfluggesellschaften, deren Einnahmen hauptsächlich von den zusätzlichen Serviceleistungen abhängen, die Passagiere gegen Gebühr zu ihren Tickets hinzubuchen können, haben bereits mit der Mobilisierung begonnen. In vielen Fällen umfasst diese Serviceleistung ein größeres Handgepäckstück zusätzlich zum „persönlichen Gegenstand“, der in der Regel sehr klein sein muss (Rucksack oder Handtasche).
Der italienische Verband der Billigfluggesellschaften (AICALF), dem unter anderem Ryanair, EasyJet und Volotea angehören, erklärte, die Reform werde „die Preise für alle Passagiere erhöhen, selbst für diejenigen, die mit leichtem Gepäck reisen“. Diese Fluggesellschaften hätten nicht die Absicht, ihre Einnahmen zu reduzieren, und die Mehrkosten für ein größeres Handgepäckstück generierten laut einem Bericht des Corriere della Sera jährlich Einnahmen von rund zehn Milliarden Euro.
Die naheliegendste Lösung wäre daher wohl: Die Option, ein „Basisticket“ ohne Handgepäck und zum reduzierten Preis zu erwerben, würde entfallen, und jeder müsste die bisherige Zusatzgebühr entrichten. Dies würde die Kosten für die Passagiere deutlich erhöhen. Wie bereits erwähnt, ist die Änderung jedoch noch lange nicht in Kraft.
Wo steht die Reform und wie geht es nun weiter?
Die Abstimmung im Verkehrsausschuss macht die Änderung noch nicht endgültig. Der Text muss noch die Plenarsitzung des Europäischen Parlaments passieren, wo er im Juli eingehen wird. Eine Zustimmung gilt hier als nahezu sicher, da die Fraktionen bereits zugestimmt haben. Doch danach beginnt die komplizierteste Phase.
Wie in den europäischen Verordnungen vorgeschrieben, beginnen nach der Zustimmung des Parlaments die Verhandlungen mit dem Rat der EU, der die Regierungen der 27 EU-Mitgliedstaaten vertritt. Am 5. Juni einigte sich auch der Rat auf seine eigene Position. Parlamentarier und Minister müssen eine für alle tragbare Einigung erzielen, erst dann kann die Reform endgültig verabschiedet werden. Bis dahin können sich die Rahmenbedingungen noch ändern. Dies wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.