Herausgegeben von Francesca Moriero

Nach fünf Jahren Abwesenheit kehrt das Vereinigte Königreich ab 2027 zum Erasmus+-Programm zurück. Der Austritt war eine direkte Folge des Brexit, der London den Zugang zu den wichtigsten akademischen Mobilitätsprogrammen und Programmen für junge Menschen der Europäischen Union verwehrte. Die Vereinbarung über 570 Millionen Pfund, die in einer gemeinsamen Erklärung des EU-Handelskommissars Maroš Šefčovič und des britischen Handelsministers Nick Thomas-Symonds formalisiert wurde, stellt nun einen konkreten Schritt zur Stärkung der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU im Bildungs- und Kulturbereich dar.

Was ist das Erasmus+ Programm und warum ist es wichtig?

Erasmus+ ist nicht nur eine Möglichkeit zum Auslandsstudium, sondern ein europäisches Programm, das Bildung, Ausbildung, Sport und Jugendinitiativen integriert und so eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Bildungssystemen schlägt. Dank Erasmus+ können Studierende an Studienaufenthalten an ausländischen Universitäten teilnehmen, Praktika in internationalen Kontexten absolvieren und wichtige berufliche und interkulturelle Kompetenzen in einer zunehmend globalisierten Welt entwickeln.

Die Rückkehr des Vereinigten Königreichs bedeutet daher, dass Tausende junger Briten wieder Bildungserfahrungen in Europa machen können, während europäische Studenten die Möglichkeit haben, im Vereinigten Königreich zu studieren und so ihre akademische und persönliche Entwicklung durch unmittelbare Erfahrungen mit der britischen Kultur zu bereichern.

Wie die Rückkehr Großbritanniens zum Erasmus+-Programm funktionieren wird

Die Vereinbarung legt im Wesentlichen fest, dass das Vereinigte Königreich ab 2027 wieder mit Erasmus+ assoziiert sein wird. Dies umfasst die Teilnahme an Hochschulaustauschprogrammen, Berufsbildungsprojekten, Jugendprogrammen und Sportaktivitäten. In der gemeinsamen Erklärung wird betont, dass die finanziellen Bedingungen der Assoziierung ausgewogen gestaltet wurden: Der Beitrag des Vereinigten Königreichs zum Programm steht im Verhältnis zu den Vorteilen, die das Land daraus zieht, wodurch ein beiderseitiger Nutzen für beide Seiten gewährleistet wird.

Chancen für junge Menschen und gegenseitiger Nutzen

Die Teilnahme Großbritanniens an Erasmus+ eröffnet jungen Menschen beispiellose Möglichkeiten. Es geht nicht nur um akademische Bereicherung: Internationale Austauschprogramme fördern Selbstständigkeit, interkulturelle Kompetenzen, Netzwerkfähigkeiten und Weltoffenheit – allesamt wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Britische Universitäten ihrerseits werden ihre internationalen Kooperationen stärken und Talente aus ganz Europa anziehen können. Auch EU-Länder, darunter Italien, werden von der Rückkehr Großbritanniens profitieren, da sie ihre Studierenden nach London und in andere britische Städte entsenden können und so zu einem zunehmend breiten und integrierten Bildungsnetzwerk beitragen.

Ein positives Signal für die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien

Über den Bildungsaspekt hinaus hat die Rückkehr Großbritanniens zu Erasmus+ eine starke symbolische und politische Bedeutung: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Abkommen als „Schritt nach vorn in der erneuerten strategischen Partnerschaft mit Großbritannien“. Für von der Leyen bedeutet die Wiederaufnahme der britischen Beteiligung nicht nur die Förderung der Studierendenmobilität, sondern auch die Stärkung der kulturellen und sozialen Beziehungen zwischen den beiden Teilen Europas und damit die Förderung gemeinsamer Erfahrungen und dauerhafter Bindungen zwischen den Generationen.

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