Solarenergie erreicht in der Europäischen Union eine Rekordbedeutung und entwickelt sich zur größten Stromquelle der EU sowie zu einer zentralen Säule der Energiewende. Gleichzeitig verschärft China seine Politik im Bereich grüner Technologien, indem es die Mehrwertsteuerrückerstattungen für Photovoltaik-Exporte schrittweise abschafft – ein Schritt, der sich auf Preise und Verfügbarkeit dieser Technologien in Europa auswirken könnte.

Die Solarenergie gewinnt in der EU weiter an Bedeutung und festigt ihre Rolle als wichtiger Motor der Energiewende. Laut Eurostat-Daten deckten erneuerbare Energien im Jahr 2024 47,5 % des Stromverbrauchs in der EU ab, wobei fast ein Viertel davon auf Photovoltaik entfiel.

Im Juni 2025 wurde Solarenergie erstmals zur größten Stromquelle der EU. Im selben Jahr erreichte die installierte Photovoltaikleistung im Staatenbund rund 406 Gigawatt und übertraf damit die ursprünglichen Ziele der EU-Solarenergiestrategie.

Beamte der Europäischen Kommission betonen, dass die wachsende Bedeutung der Photovoltaik für die Energiewende der EU von grundlegender Bedeutung ist. Kadri Simson , EU-Kommissarin für Energie in der Kommission von der Leyen von 2019 bis 2024, bezeichnete die Solarenergie als den „hellen Stern“ dieser Transformation und merkte an, dass die Zahl der Installationen sowohl in Europa als auch weltweit stetig zunimmt.

Sie hob außerdem hervor, dass Solarenergie nicht nur „sauber und kostengünstiger“, sondern auch sicherer sei. Photovoltaik wurde im Rahmen des Netto-Null-Industriegesetzes als eine der Schlüsseltechnologien identifiziert. Ziel dieses Gesetzes ist es, die inländischen Produktionskapazitäten der EU für saubere Technologien auszubauen und die Importabhängigkeit zu verringern.

Die Veränderungen in China beschleunigen sich

Ab dem 1. April 2026 wird Peking die Mehrwertsteuerrückerstattung für den Export von Photovoltaikmodulen vollständig abschaffen und gleichzeitig den Erstattungssatz für Batterien von 9 % auf 6 % senken. Dieser Mechanismus wird laut einer gemeinsamen Erklärung des chinesischen Finanzministeriums und der Staatlichen Steuerverwaltung bis zum 1. Januar 2027 ebenfalls vollständig auslaufen.

Die Entscheidung beschleunigt einen Prozess, der bereits seit mehreren Jahren im Gange ist. Die letzte Anpassung erfolgte Ende 2024, als die Mehrwertsteuererstattungssätze von 13 % auf 9 % gesenkt wurden. Der chinesische Photovoltaik-Industrieverband merkte an, dass das Erstattungssystem faktisch als zusätzliche Preisnachlässe für ausländische Käufer fungierte, die Margen chinesischer Hersteller schmälerte und den Preisdruck verstärkte.

Der Verband wies zudem auf die Reputationskosten solcher Maßnahmen hin. Exportsubventionen würden zunehmend als wettbewerbsverzerrend angesehen, und ihre Hauptnutznießer seien nicht die Produzenten, sondern die Importeure aus dem Ausland.

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