Es fängt oft mit Kleinigkeiten an: dasselbe Foto fünfmal neu aufnehmen, bevor man es postet, ein Video löschen, wenn es nicht innerhalb weniger Minuten genügend Likes bekommt, oder überprüfen, wer eine Story gesehen hat und wer nicht. Für viele Teenager gehören diese unauffälligen Rituale heute zum Alltag.
Für die erste Generation, die vollständig mit sozialen Medien aufgewachsen ist, spielt sich die Adoleszenz nicht mehr nur in Klassenzimmern, Schlafzimmern und auf Schulhöfen ab. Sie entfaltet sich in Feeds, Stories und Kommentarspalten. Kindheitserinnerungen, Freundschaften und persönliche Meilensteine werden online dokumentiert, oft bevor junge Menschen die Dauerhaftigkeit des digitalen Lebens vollständig begreifen.
Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat haben eine Kultur der ständigen Sichtbarkeit normalisiert. Fotos sammeln Likes, Videos erreichen hohe Aufrufzahlen und Kommentare treffen innerhalb von Sekunden ein. Für Teenager, die ihre Identität und Zugehörigkeit suchen, können diese Kennzahlen zu starken Indikatoren für sozialen Wert werden. Forscher warnen zunehmend davor, dass das Aufwachsen in diesem Umfeld die Selbstwahrnehmung junger Menschen verändert.
